Bewegung und Lebensqualität bei Polycythaemia vera (PV)

Körperliche Aktivität kann sich positiv auf Krankheit und Lebensqualität bei Polycythaemia vera auswirken. Über die geeignete Sportart, den richtigen Zeitpunkt und das Ausmaß sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Bewegung verbessert Lebensqualität bei Polycythaemia vera (PV)„Sollte ich meinen Körper nicht eher schonen, anstatt ihn durch Sport zusätzlich zu belasten, wenn ich an Polycythaemia vera (PV) erkrankt bin?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Hierauf gibt es keine pauschale Antwort, da die Krankheitsgeschichte und der Gesundheitszustand individuell zu unterschiedlich sind. Doch es spricht vieles dafür, dass Bewegung und Sport für die meisten Patienten eine wichtige Rolle spielen.

Was bringt körperliche Aktivität bei Polycythaemia vera?

Körperlich aktiv zu sein und sich regelmäßig zu bewegen, hat viele positive Auswirkungen auf gesunde und kranke Menschen. Als Patient mit Polycythaemia vera können Sie dabei in verschiedener Hinsicht profitieren:

  • Durch angemessene, regelmäßige Bewegung kann der Blutfluss verbessert und so das bei Polycythaemia vera erhöhte Thromboserisiko verringert werden. Auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, das bei PV-Patienten erhöht ist, kann so ggf. gesenkt werden.
  • Bewegung, vor allem an der frischen Luft, fördert die Durchblutung und versorgt den Körper mit Sauerstoff. Dies kann die bei PV als Symptom auftretende Müdigkeit und Abgeschlagenheit lindern.
  • Durch körperliche Aktivität  werden sogenannte Glückshormone (Endorphine) freigesetzt, deren stimmungsverbessernde Wirkung auch länger anhält. Daher wirkt sich Bewegung positiv auf die psychische Situation vieler Patienten aus, kann also z. B. Depressionen und Ängsten vorbeugen oder diese reduzieren.
  • Bewegung kann das Selbstvertrauen in den eigenen Körper und damit auch das Selbstwertgefühl fördern. Zudem werden viele Sportarten gemeinsam mit anderen ausgeübt. So haben sportliche Aktivitäten auch eine soziale Funktion und können dabei helfen, ins Leben und zur Normalität zurückzukehren.
    Insgesamt kann regelmäßige körperliche Aktivität also zum Erhalt einer guten Lebensqualität bei Polycythaemia vera beitragen.

Welche Sportarten sind besonders geeignet?

Vor allem Ausdauersportarten wie Wandern oder Nordic Walking können Ihnen dabei helfen, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit wieder herzustellen und den Blutfluss zu verbessern. Die körperliche Belastung lässt sich dabei gut steuern und an die individuelle Leistungsfähigkeit anpassen.
Auch durch spezielle gymnastische Übungen kann der Blutfluss in verschiedenen Körperregionen verbessert werden.

Worauf müssen Sie achten?

Als PV-Patient sollten Sie bei körperlicher Aktivität darauf achten, sich nicht übermäßig zu beanspruchen. Auch Situationen, bei denen Ihr Körper unter Druck gerät oder die Gefahr von Verletzungen besteht, sollten Sie vermeiden. Denn wenn dabei unbemerkt ein Blutgefäß geschädigt wird, kann dies das Risiko zusätzlich erhöhen, eine Thrombose zu entwickeln.
Bei Patienten mit Polycythaemia vera kann auch das Blutungsrisiko erhöht sein. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie besonders vorsichtig sein und Verletzungen vermeiden. Sportarten, bei denen es zu Schlägen oder Stößen kommen kann wie Fußball, Handball, Volleyball oder Kampfsportarten sollten Sie, wenn überhaupt, nur in abgeschwächter Form betreiben. Auch Krafttraining mit vollem Einsatz sowie gymnastische Übungen mit hohen Belastungsspitzen bergen die Gefahr von Verletzungen und sollten daher vermieden werden.

Regelmäßigkeit ist wichtig

Sport kann seine Wirkung am besten entfalten, wenn er regelmäßig und konsequent ausgeübt wird. Dann passen sich die Organe an die sportliche Belastung an und werden leistungsfähiger. Der Blutfluss verbessert sich langfristig, was hilft, Komplikationen bei Polycythaemia vera vorzubeugen.

Fragen Sie Ihren Arzt

Wenn Sie sich sportlich betätigen möchten, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Da dieser Ihre gesundheitliche Situation genau kennt, kann er Auskunft darüber geben, welches Bewegungspensum und welche Art der Bewegung für Sie geeignet und sinnvoll sind.

Stand: 2017

Quellen: 

[1] dkfz. Krebsinformationsdienst, http://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php (zuletzt besucht am 10.03.2017) [2] Techniker Krankenkasse: Sport als Therapie. Mit Bewegung zu mehr Gesundheits (Stand: April 2015), http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/233600/Datei/2383/TK-Broschuere-Sport-als-Therapie.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017) [3] Deutsche Krebshilfe e. V. Die Blauen Ratgeber: Bewegung und Sport bei Krebs (Stand:Juli 2012), https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0046.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017) [4] National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI). Polycythaemia vera, https://www.nhlbi.nih.gov/health/health-topics/topics/poly/livingwith (zuletzt besucht am 10.03.2017)