Wie äussert sich eine Polycythaemia vera (PV)?

Juckreiz, Schwindel und Hautrötungen sind häufige Krankheitszeichen einer Polycythaemia vera (PV). In späteren Stadien kann es zu einer Vergrößerung der Milz kommen.

Wie äußert sich eine Polycythaemia vera (PV)?Die Polycythaemia vera (PV) ist eine chronische Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass zu viele Blutzellen, insbesondere zu viele rote Blutkörperchen gebildet werden. Als Folge verschlechtern sich die Fließeigenschaften des Blutes, d. h., es wird zähflüssiger (visköser) und kann daher nicht mehr so gut durch die Blutgefäße fließen. Die erhöhte Menge an Blutzellen und die damit verbundenen Durchblutungsstörungen können verschiedene Symptome zur Folge haben.

Von Juckreiz bis Schwindel – die Symptome der Polycythaemia vera

Eine Polycythaemia vera beginnt nicht selten schleichend, sodass viele Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose keine Beschwerden haben. Wenn jedoch Symptome auftreten, dann sind dies häufig:

  • Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen
  • Blaufärbung (Zyanose) der Lippen
  • Hautrötungen im Gesicht sowie an Armen und Beinen
  • starker Juckreiz, insbesondere nach Wasserkontakt (aquagener Pruritus)
  • plötzliche, schmerzhafte Rötung und Überwärmung v. a. der Füße (Erythromelalgie)

Darüber hinaus kann die erhöhten Menge an Blutzellen zu Bluthochdruck und damit auch zu Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten und/oder Ohrensausen führen. Mögliche Folgen der Durchblutungsstörungen sind zudem eine Verstopfung von Blutgefäßen (Thrombosen), die Verschleppung eines Blutgerinnsels z. B. in die Lunge (Lungenembolie), eine Minderdurchblutung der Herzkranzgefäße mit Engegefühl und Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) und die Ausbildung von Infarkt­en (Herzinfarkt, Schlaganfall).

In der Spätphase der Krankheit steht eher eine abnehmende Zahl von Blutzellen im Vordergrund.  Es kann häufig zu Infekten (weniger Abwehrzellen) und Blutungsneigung (weniger Blutplättchen) kommen. Die körperliche Belastbarkeit kann sich aufgrund der entstehenden Anämie (weniger rote Blutzellen) verringern. Die Milz kann an Größe zunehmen (Splenomegalie), weil sie immer mehr für die Blutbildung verantwortlich wird. Dies wiederum kann zu Schmerzen im linken Oberbauch führen.

Wie beeinflusst die Krankheit die Lebenserwartung?

Heutzutage wird eine Polycythaemia vera immer häufiger im Rahmen von Routineuntersuchungen zu einem frühen Zeitpunkt entdeckt. Zudem haben sich die Behandlungsoptionen in den letzten Jahren verbessert. Dadurch besteht die Möglichkeit, Komplikationen wie Thrombosen, Embolien oder Infarkte, die die Lebenserwartung verkürzen können, rechtzeitig vorzubeugen. Wenn also eine Polycythaemia vera regelmäßig beobachtet und bei Bedarf behandelt wird, haben die Patienten eine Chance auf eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität.

Stand: 2017

Quellen: 

[1] mpd-netzwerk e.V. Polycythaemia vera – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Stand: Juni 2011 http://www.mpn-netzwerk.de/fileadmin/dokumente/PV_Broschuere.pdf (zuletzt besucht am 10.03.2017) [2] Lengfelder E. et al. DGHO Leitlinien „Polycythaemia vera“, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/polycythaemia-vera-pv/@@view/html/index.html (zuletzt besucht am 10.03.2017) [3] DocCheck-Flexikon. Polycythaemia vera, http://flexikon.doccheck.com/de/Polycythaemia_vera#Diagnostik (zuletzt besucht am 10.03.2017) [4] Balletshofer B et al. Hämatologie, Rheumatologie, Dermatologie. Georg Thieme Verlag; 2013. [5] Netdoktor. Polycythaemia vera, http://www.netdoktor.at/krankheit/polyzythaemia-vera-8059 (zuletzt besucht am 10.03.2017)