Polycythaemia vera (PV): Unterstützung bei Depressionen

Auf die Diagnose einer chronischen Erkrankung reagiert jeder Mensch anders, z. B. auch mit Depressionen. Eine Depression, die erkannt wird, kann oft gut behandelt werden.

Polycythaemia vera (PV): Unterstützung bei DepressionenAngst und Trauer sind ganz natürliche Gefühle, die viele Menschen nach der Diagnose einer chronischen Krankheit durchleben. Dauern diese Gefühle jedoch sehr lange an, kann dies auf eine Depression hindeuten.  Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass negative Gefühle oder eine Depression einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben, eine Depression ist für den Betroffenen aber eine zusätzliche Belastung und sollte deshalb professionell behandelt werden.

Lässt sich das Risiko einer Depression bei PV verringern?

Es gibt keine Patentrezepte und keine allgemeingültigen Verhaltensregeln, mit denen Menschen mit PV der Entwicklung einer Depression vorbeugen können. Jeder Mensch hat seine persönlichen Lebenserfahrungen und Strategien im Umgang mit Krisensituationen. Wichtig ist für den Betroffenen vor allem, die negativen Gefühle zuzulassen und sich von Angehörigen und Freunden nicht unter Druck setzen zu lassen. Denn jeder Mensch hat das Recht, auch traurig zu sein, nicht immer alles positiv zu sehen und sich gehen zu lassen, wenn ihm danach zumute ist.

Depression unterscheidet sich von Hoffnungslosigkeit und Trauer

Nicht jede Niedergeschlagenheit oder Trauer ist ein Anzeichen einer Depression. Es ist ganz natürlich, dass im Verlauf einer chronischen Erkrankung wie der PV immer wieder Phasen der Verzweiflung und Traurigkeit auftreten. Wenn solche Gefühle aber länger bestehen und den ganzen Tag über anhalten, sollte man sich professionelle Hilfe suchen.

Eine Depression kann sich schleichend entwickeln, dadurch ist es manchmal sehr schwierig, sie zu erkennen. Es gibt aber auch Menschen, die sich ganz plötzlich bewusst werden, dass sie ihre Hoffnung und Lebensfreude verloren haben. An einer Depression zu leiden ist kein persönliches Versagen oder Schwäche. Es handelt sich um eine therapierbare Krankheit. Eine Depression sollte deshalb – wie alle anderen Krankheiten auch – durch ausgebildete Fachleute wie Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten behandelt werden.

Welche Symptome weisen auf eine Depression hin?

Hinweise auf eine Depression oder eine depressive Episode geben mehrere seelische und körperliche Veränderungen. Zu diesen typischen Symptomen zählen:

  • Depressive Verstimmung mit Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit
  • Stark vermindertes Interesse oder fehlende Freude an den üblichen Aktivitäten
  • Deutliche Gewichtsveränderungen infolge eines gesteigerten oder verminderten Appetits
  • Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis sowie anhaltende Schlafstörungen
  • Ruhelosigkeit oder auffallend verlangsamte Reaktionen im Alltag
  • Anhaltende Müdigkeit oder Energieverlust
  • Selbstzweifel, Gefühle von Wertlosigkeit oder Schuldgefühle
  • Verminderte Denk- oder Konzentrationsfähigkeit
  • Verringerte Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen
  • Wiederkehrende Todes- oder Selbstmordgedanken

Fachleute sprechen erst dann von einer depressiven Episode oder Depression, wenn mehrere dieser Anzeichen vorhanden sind und für mindestens 14 Tage anhalten.

Wo Sie bei einer Depression professionelle Hilfe finden

Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die viele Menschen nicht alleine überwinden können. In der Öffentlichkeit wird die Erkrankung vielfach tabuisiert und Betroffene vermeiden es, mit anderen darüber zu reden. Dabei sollte sich niemand scheuen, professionelle Unterstützung zu suchen. Ohne Therapie kann eine Depression monate- und jahrelang anhalten und das gesamte Leben beeinträchtigen. Wie sich gezeigt hat, können 80 % der depressiven Patienten durch eine geeignete psychotherapeutische Behandlung innerhalb weniger Wochen eine Verbesserung ihrer psychischen Verfassung erzielen.

Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung einer Depression sind zunächst die fachgerechte Diagnose und das Erkennen der Ursachen. In vielen Kliniken gibt es psychologische Beratungsstellen, die die Betroffenen und Angehörigen bei der gesamten Krankheitsverarbeitung unterstützen. 

Stand: 2017

Quellen: 

[1] Heußner P et al. Manual der Psychoonkologie. W. Zuckschwerdt Verlag. 3. Auflage 2009 [2] Cancer Research IK. Coping with cancer, http://cancerhelp.cancerresearchuk.org/coping-with-cancer/coping-emotionally/cancer-and-your-emotions/sadness-and-depression/about-depression-and-cancer (zuletzt besucht am 10.03.2017) [3] Deutsche Krebsgesellschaft. Onko-Internetportal, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/nebenwirkungen-der-therapie/angst-und-depression.html (zuletzt besucht am 10.03.2017) [4] Macmilan Cancer Support. Coping with depression, http://www.macmillan.org.uk/Cancerinformation/Livingwithandaftercancer/Emotionaleffects/Depression.aspx (zuletzt besucht am 10.03.2017)

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